Elternvertreter

Was sind eigentlich Elternvertreter?

Auf Schulklassenebene ist zu Beginn jedes Schuljahres in Baden-Württemberg eine Versammlung der Klassenpflegschaft („Elternabend“) vorgeschrieben, der neben den Eltern der Klasse auch die in der Klasse unterrichtenden Lehrer angehören.

Die Eltern wählen aus ihrer Mitte einen Klassenelternvertreter („Elternvertreter“) und einen Stellvertreter. Die Elternvertretung kann auch unterm Jahr Sitzungen der Klassenpflegschaft einberufen und hat die Aufgabe, diese zu leiten.

An der RNR wird kurz nach Beginn des jeweiligen Schulhalbjahres ein Elternabend durchgeführt. Weitere Elternabende gibt es individuell nach Bedarf, zum Beispiel zur Vorbereitung großer Klassenprojekte. Kurz nach den regelmäßigen Elternabenden führen wir jeweils eine Elternbeiratssitzung durch. Zu Beginn dieser Sitzungen sind Schulleitung, Vertreter der SMV und des Fördervereins eingeladen.

Detaillierte Hinweise zu den Rechten und Aufgaben von Elternvertretern, sowie weitere nützliche Informationen finden Sie in folgendem Dokument: „Elterninfo – für gewählte Elternvertreterinnen und Elternvertreter“.

Jedoch sind Elternvertreter weder „Blitzableiter“ noch „Festles-Spezialisten“. Sie haben sich für ein Ehrenamt wählen lassen um die Interessen der gesamten Klasse und den Eltern gegenüber anderen Klassen, der Lehrerschaft, der Schulleitung und der Öffentlichkeit zu vertreten.

Hierzu gehört z.B. auch die Vermittlung/Moderation zwischen den einzelnen Gruppen in speziellen Situationen, die Weitergabe wichtiger Informationen an die Eltern und den Elternbeirat, sowie die Organisation verschiedener Aktivitäten einer Klasse oder der Schule unter Mithilfe weiterer Eltern.

Soll ich Elternvertreter werden?

Da sich der informelle Kontakt mit den Pädagogen und anderen Eltern nicht mehr selbstverständlich, wie z.B. im Kindergarten, ergibt, sind Sie zum Informationsaustausch auf die Eltern-Veranstaltungen der Schule angewiesen. Es ist daher sinnvoll Veranstaltungen wie Elternabende, -stammtische, -feste und Infoveranstaltungen zu besuchen, um klassen- und schulintern auf dem Laufenden zu bleiben und einen guten Kontakt zu Lehrern, Eltern und auch den Mitschülern Ihres Kindes aufzubauen.

Wenn Sie sich mehr einbringen möchten, so können Sie sich in die Elternvertretung der Schule wählen lassen. Dieses Engagement kostet zwar etwas Zeit und Energie, hat aber auch viele Vorteile. Elternarbeit hat auch eine schulpolitische Dimension. Als Mitglieder der Schulkonferenz nehmen die Elternvertreter in Zusammenarbeit mit Lehrern und Schülern Einfluss auf Entscheidungen des Schullebens. Die Schulkonferenz ist das Gremium, in dem bindende Beschlüsse über Schulkultur und Unterrichtsführung gefasst werden. Das betrifft organisatorische Aspekte wie Elternsprechtage, Schulfeste, bewegliche Ferientage, aber auch inhaltliche Fragen, wie zusätzliche Angebote und die programmatische Zielrichtung der Schule.

Wie wird man Elternvertreter?

Elternvertreter zu werden ist ganz einfach. Überlegen Sie sich am besten vor dem ersten Elternabend des Schuljahres, ob Sie an diesem „Job“ Interesse haben.

Sich zu "opfern", weil sich sonst niemand bereit erklärt, obwohl man eigentlich gar keine Lust oder Zeit hat, ist eher kontraproduktiv. Häufig bleiben die Elternvertreter und -vertreterinnen über die gesamte Realschulzeit im Amt, das ist aber kein Muss.

"Hilfe", werden Sie denken, "noch mehr Arbeit, noch mehr Stress". Aber solch ein Engagement kann auch viel Spaß und Bestätigung bringen. Sie arbeiten mit anderen Eltern, der Lehrerschaft und der Schulleitung zusammen.

Als Ansprechperson aller Eltern und LehrerInnen wissen Sie zuerst, was in der Klasse und an der Schule läuft und sind sehr dicht am Bildungs- und Erziehungsprozess Ihres Kindes beteiligt. Auch schul- und bildungspolitisch bleiben Sie auf dem Laufenden. Sie werden beteiligt an wichtigen Debatten, wie die Sicherheit der Schulwege, die Lehrmittelfreiheit, Gewalt an der Schule, Präventionsmaßnahmen und anderen pädagogischen Themen. Spätestens hier geht das Engagement weit über das Portokassensammeln hinaus und Sie können wichtige persönliche Erfahrungen einbringen.

Elternarbeit in der Schule – es zahlt sich aus!

Es ist uns allen wichtig, dass unsere Kinder als verantwortungsvolle, kritikfähige und gebildete Mitglieder der Gesellschaft die Schule abschließen werden. Dazu ist es jedoch unbedingt erforderlich unseren Kindern zu zeigen, wie wichtig wir ihre Schulzeit nehmen, sei es beim täglichen Gespräch oder unserem aktiven Engagement in der Klassenpflegschaft und an der Schule.

Wir Eltern prägen mit Erzählungen über Erfahrungen und Erlebnisse unserer Kinder das Bild der Schule in der Öffentlichkeit. Gleichzeitig wirken wir durch unsere bewusst oder unbewusst gezeigte Haltung zu Schule und Lehrkräften auf das Verhalten der zukünftigen und jetzigen Schüler ein. Im Sinne einer erfolgreichen Erziehungspartnerschaft fordern wie Sie auf aktiv den „Lebensraum Schule“ für alle Beteiligten so attraktiv und angenehm wie möglich zu gestalten.

Durch die Elternvertretung soll eine Verbindung zwischen Elternhaus und Schule geschaffen werden. „Schule und Elternhaus unterstützen sich bei der Erziehung und Bildung der Jugend und pflegen ihre Erziehungsgemeinschaft“(§ 55SchG). Dies beschränkt sich nicht nur darauf Sorge zu tragen, dass unsere Kinder sorgfältig die Hausaufgaben erledigen, sich hinreichend auf den Unterricht vorbereiten und die notwendigen Unterrichtsmaterialien mit in die Schule bringen. Teilen Sie auch Gegebenheiten und Vorkommnisse, welche für die Entwicklung der Schüler von Bedeutung sind, bitte nach Möglichkeit den Lehrkräften mit. Nutzen Sie die Sprechstunden der Lehrer und kommen Sie auch zum Elternsprechtag, einer Einrichtung der RNR, die es so nicht an allen Schulen gibt.

Verstehen Sie sich im Interesse Ihres Kindes nicht nur als „Defizitfahnder“, sondern entwickeln Sie sich bitte auch zum „Schatzsucher“.

Abschließend noch ein paar Tipps:

  • Widerstehen Sie bitte der Versuchung den Lehrkräften Ihres Kindes methodische Vorschriften zu machen. Die Wahl der Unterrichtsverfahren gehört zum verantworteten Freiraum jeder Lehrkraft.
  • Ermuntern Sie jedoch alle Lehrer zu einem Unterricht mit methodischer Vielfalt, Individualisierung des Unterrichts, Gruppen- und Partnerarbeit und reflektiertem Einsatz von Medien. Die vielen Chancen eines „offenen Unterrichts“ gehören heute zur Grundausstattung des Lehren und Lernens. Die alte Art der Schule, so wie Sie sie aus Ihrer Schulzeit kennen, kann den beruflichen und gesellschaftlichen Ansprüchen schon lange nicht mehr gerecht werden.
  • Geben Sie auch positives Feedback. Lehrer sind Menschen wie Sie und ich. Sie freuen sich über Ihre moralische Unterstützung, wenn es z.B. um die Anerkennung eines engagiert und schwungvoll organisierten Unterrichts geht.

Oder wie der Schwabe sagen würde:

Ned bloß schwätza, MACHA!

Für weitere Informationen zum Thema Elternvertreter an der RNR wenden Sie sich bitte an die Vorsitzende Frau Silke Goller oder an die stellvertretende Vorsitzende Frau Stefanie Kölz.

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